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Fluidstatik
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Die Fluidstatik ist innerhalb der Fluidmechanik die Lehre vom Verhalten der Fluide, die in einem ruhenden oder bewegten Bezugssystem, in dem die Betrachtungen durchgefĂŒhrt werden, nĂ€herungsweise statisch, d. h. in Ruhe sind.cite-ref-2[1.1]

Nach der Art des Fluids wird die Fluidstatik unterteilt in die Hydrostatik, die sich mit FlĂŒssigkeiten und insbesondere mit Wasser befasst, und die Aerostatik, deren Gegenstand ruhende Gase, insbesondere Luft ist. Gelegentlich wird Hydrostatik auch gleichbedeutend mit Fluidstatik verwendet. Das GegenstĂŒck fĂŒr bewegte/strömende Fluide ist die ebenfalls zur Fluidmechanik gehörende Fluiddynamik.

Zentrale Inhalte der Fluidstatik sind die Charakteristik des hydrostatischen Drucks, die KrÀfte sowie ihre Angriffspunkte auf BehÀlter­wandungen und auf ganz oder teilweise in ein Fluid eingetauchte Körper, speziell der statische Auftrieb, sowie die Ausbildung von GrenzflÀchen.

Contents

‱ Literatur

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Erstarrungsprinzip fĂŒr Fluide

→

Hauptartikel

:

Erstarrungsprinzip

Das Erstarrungsprinzip drĂŒckt eine nĂŒtzliche Tatsache in der Fluidstatik aus. Demnach bleibt ein sich im Gleichgewicht befindendes Fluid im Gleichgewicht, auch wenn Teilbereiche davon erstarren.cite-ref-4[2.1] Auf solchermaßen erstarrt gedachte Fluidvolumina können dann EinzelkrĂ€fte aufgebracht werden, was ansonsten nicht ohne Weiteres denkbar ist. Dies erlaubt beispielsweise das Archimedische Prinzip anschaulich zu begrĂŒnden.

Archimedisches Prinzip

→

Hauptartikel

:

Archimedisches Prinzip

Betrachtet wird ein in Wasser schwimmendes Schiff, das ruht und sich im Gleichgewicht befindet, siehe Bild (a). Entfernt man gedanktlich das Schiff und ersetzt das von ihm verdrĂ€ngte Volumen, sein Unterwasserschiff, durch Wasser (b), das sogleich als erstarrt gedacht werden kann, dann bedeutet mechanisches Gleichgewicht, dass das Schiff dieselbe Gewichtskraft FG auf derselben Wirkungslinie wie das erstarrte Wasservolumen A aufweist. Das umgebende Wasser ĂŒbt auf den erstarrt gedachten Teil des Wassers A eine entgegengerichtete Auftriebskraft FA aus, was das Archimedische Prinzip darstellt:

„Ein in eine FlĂŒssigkeit eingetauchter Körper verliert so viel von seinem Gewicht, wie die von ihm verdrĂ€ngte FlĂŒssigkeit wiegt“

–

Ludwig Prandtl

:

Die Betrachtung kann auf vollstĂ€ndig eingetauchte Körper wie U-Boote ĂŒbertragen werden und gilt auch fĂŒr Körper wie Gasballons, die von Luft umgeben sind. Der Gewichtsverlust wird Statischer Auftrieb genannt. SchwimmstabilitĂ€t ist gegeben, wenn der Schwerpunkt G unter dem Metazentrum des Schiffskörpers liegt.

Eigenschaften von Fluiden

Nach DIN 5492 ist ein Fluid ein nichtfestes Kontinuum, also ein nichtfestes zusammenhÀngendes Medium, auf das die Gesetze der Fluidmechanik anwendbar sind. Nach Art des Fluids wird die Fluidstatik unterteilt in:cite-ref-7[2.2]

1. Hydrostatik, die sich mit FlĂŒssigkeiten befasst, die

‱ tropfbar sind, also eine OberflĂ€chenspannung besitzen,
‱ einer FormĂ€nderung so gut wie keinen und
‱ einer VolumenĂ€nderung hingegen einen recht großen Widerstand entgegensetzen. FĂŒr FlĂŒssigkeiten ist die Idealisierung als inkompressibles Fluid oft probat.

2. Aerostatik, die sich mit kompressiblen Fluiden, Gasen und insbesondere Luft befasst, die anders als die FlĂŒssigkeiten nicht tropfbar sind.

OberflÀchen, Grenz- und TrennflÀchen

Fluide bilden GrenzflĂ€chen aus gegenĂŒber Festkörpern und Fluiden, mit denen sie sich nicht vermischen. In der Fluidstatik passen sich Fluide vollstĂ€ndig den GrenzflĂ€chen an.cite-ref-4-1[2.1] Freie OberflĂ€chen sind GrenzflĂ€chen zwischen einer FlĂŒssigkeit und einem Gas und TrennflĂ€chen sind GrenzflĂ€chen zwischen zwei sich nicht mischenden FlĂŒssigkeiten.

Der Druck ĂŒber freien OberflĂ€chen von FlĂŒssigkeiten ist durch ihren stoff- und temperaturabhĂ€ngigen Dampfdruck nach unten begrenzt.cite-ref-8[2.3] Eine freie OberflĂ€che wird in einer technischen Zeichnung durch ein gleichseitiges Dreieck gekennzeichnet ( â–œ ), das mit einer Ecke auf der OberflĂ€che aufsitzt.cite-ref-4-2[2.1]

FluidkrÀfte

Die TeilchenkrĂ€fte, welche die Teilchen (Atome bzw. MolekĂŒle) von Fluiden aufeinander ausĂŒben, sind sehr viel kleiner als bei Festkörpern, weswegen die Teilchen in Fluiden leicht gegeneinander verschoben werden können. In Ruhe passen sie sich jeder GefĂ€ĂŸform an, wobei sich aufgrund der OberflĂ€chenspannung an den RĂ€ndern einer freien OberflĂ€che Menisken ausbilden. Sofern die freie OberflĂ€che im Vergleich zu den Menisken groß ist, können diese vernachlĂ€ssigt werden; andernfalls ist KapillaritĂ€t zu berĂŒcksichtigen.

Auf die Fluidelemente wirken

‱ oberflĂ€chenerteilte KrĂ€fte wie der Druck von angrenzenden Gasen, FlĂŒssigkeiten oder WĂ€nden (Festkörper),cite-ref-9[2.4]
‱ volumenverteilte KrĂ€fte wie die Schwerkraft und
‱ im beschleunigten Bezugssystem die volumenverteilte FĂŒhrungskraft, denn Relativbewegungen sind in der Fluidstatik ausgeschlossen.

Da Punkte in einem Kontinuum keine Ausdehnung und Masse besitzen, sondern nur eine Dichte, werden KrĂ€fte auf die FlĂ€che bezogen, auf der sie wirken, wodurch aus den KrĂ€ften flĂ€chenverteilte KrĂ€fte, d. h. mechanische Spannungen (σ) oder DrĂŒcke (p) werden. Freie OberflĂ€chen stellen sich senkrecht zur Wirkungslinie der flĂ€chenverteilten KrĂ€fte ein und der Innendruck an der OberflĂ€che ist gleich dem Außendruck. Volumenverteilte KrĂ€fte wie die Gewichtskraft gehen in eine Beschleunigung k → → {\displaystyle {\vec {k}}} ĂŒber, wenn sie auf die Masse bezogen werden, und ρ ρ k → → {\displaystyle \rho {\vec {k}}} , wenn sie auf das Volumen bezogen werden.

Die volumenverteilte FĂŒhrungskraft, die in einem beschleunigten Bezugssystem K’ zur volumenverteilten Kraft ρ ρ k → → {\displaystyle \rho {\vec {k}}} zu addieren ist, lautet:

ρ ρ k → → f = − − ρ ρ a → → 0 − − ρ ρ ω ω → → ˙ ˙ × × r → → â€Č − − ρ ρ ω ω → → × × ( ω ω → → × × r → → â€Č ) {\displaystyle \rho {\vec {k}}_{f}=-\rho {\vec {a}}_{0}-\rho {\dot {\vec {\omega }}}\times {\vec {r}}'-\rho {\vec {\omega }}\times ({\vec {\omega }}\times {\vec {r}}')}

Darin ist ρ die Dichte, a → → 0 {\displaystyle {\vec {a}}_{0}} die translatorische Beschleunigung des Bezugssystems gegenĂŒber einem Inertialsystem K, ω ω → → , ω ω → → ˙ ˙ {\displaystyle {\vec {\omega }},\,{\dot {\vec {\omega }}}} die Winkelgeschwindigkeit bzw. Winkelbeschleunigung von K’ in K, r → → â€Č {\displaystyle {\vec {r}}'} der Ortsvektor in K' und × bildet das Kreuzprodukt.

Fluidstatischer Spannungszustand

Siehe auch

:

Spannungszustand

Fluide setzen einer hinreichend langsamen volumenerhaltenden FormÀnderung so gut wie keinen Widerstand entgegen. Fluidteilchen kommen daher erst zur Ruhe, wenn nur noch NormalkrÀfte,cite-ref-4-3[2.1] d. h. nur noch Normalspannungen zwischen ihnen wirken; in einem ruhenden isotropen Fluid reduzieren sie sich auf den allseitig wirkenden Druck, dem die Fluidteilchen ausgesetzt sind.cite-ref-11[4.1] In ruhenden Fluiden kommen keine Schubspannungen/krÀfte vor. Dies definiert den hydrostatischen oder fluidstatischen Spannungszustand: Der Druck ist ein Skalar, richtungsunabhÀngig und nur eine Funktion des Ortes.cite-ref-12[2.5]

Dichte in ruhenden Fluiden

Die KontinuitĂ€tsgleichung fĂŒr die Dichte besagt, dass die Summe aus der zeitlichen Änderung der Dichte und der ein- und ausströmenden Massen­stromdichte in einem (infinitesimal) kleinem Volumen verschwindet. In einem ruhenden Fluid ist die Massenstromdichte null, weil keine Massen transportiert werden, und daher gibt es auch keine zeitliche Änderung der Dichte. Die in einem Fluid im Allgemeinen von der Zeit und vom Ort abhĂ€ngige Dichte kann in der Fluidstatik nur ortsabhĂ€ngig sein.cite-ref-2-1[1.1]

Die Dichte ist im homogenen Schwerefeld auf jeder NiveauflĂ€che des Drucks konstant.cite-ref-6-1[3.1] Denn die Gewichte dm1,2·g der beiden abgebildeten Fluidzylinder, die sich zwischen zwei NiveauflĂ€chen mit DrĂŒcken p1 bzw. p2 im Abstand dz befinden, muss im Gleichgewicht von den Differenzen der DruckkrĂ€fte getragen werden:

p1·dA = p2·dA + dm1·g = p2·dA + dm2·g

Bei gleichem Volumen der Zylinder ist das nur möglich, wenn die Dichte in beiden Zylindern dieselbe ist und somit dm1 = dm2 = dm ist. Mit kleiner werdendem Abstand dz folgt, dass die Dichte auf NiveauflÀchen des Drucks konstant ist. Im Abschnitt #NiveauflÀchen des Drucks zeigt sich, dass die FlÀchen konstanten Drucks im Schwerefeld der Erde horizontal verlaufen. Allgemein sind FlÀchen konstanten Drucks senkrecht zu den Kraftlinien, siehe #Allgemeine fluidstatische Grundgleichung.

Hieraus folgt auch, dass der Druck auf einer TrennflĂ€che zwischen zwei FlĂŒssigkeiten verschiedener Dichte ĂŒberall gleich sein muss. Deren Schichtung ist stabil, wenn die FlĂŒssigkeit mit der geringeren Dichte ĂŒber der mit der grĂ¶ĂŸeren Dichte liegt. Denn verlĂ€uft zwischen den NiveauflĂ€chen des Drucks bei den beiden Zylindern oben eine geneigte TrennflĂ€che, versuchen die DruckkrĂ€fte im stabilen Fall diese Neigung zu verringern und im instabilen Fall zu vergrĂ¶ĂŸern.cite-ref-13[3.2] Diese StabilitĂ€tsbedingung ist notwendig fĂŒr StabilitĂ€t aber nicht hinreichend. In Gasen muss die Dichte wenigstens so stark wie in der homentropen Dichteschichtung abnehmen, denn diese zeichnet sich gerade durch ein indifferentes Gleichgewicht aus.cite-ref-15[5.1] Siehe auch Barometrische Höhenformel und Inversionswetterlage.

Wenn die allgemeine Gasgleichung p=ρRsT mit spezifischer Gaskonstante Rs und Temperatur T genĂŒgend genau gilt, oder eine vergleichbare thermische Zustandsgleichung, die den Druckgradient parallel zum Temperaturgradient ausweist, dann sind die NiveauflĂ€chen des Drucks auch NiveauflĂ€chen der Temperatur.cite-ref-16[5.2]

Grundgleichung der Fluidstatik

Die Grundgleichung der Fluidstatik ist Ausdruck des Pascal’schen Gesetzes von 1663,

« Que les Liquers pÚsent suivant leur hauteur »

„dass FlĂŒssigkeiten entsprechend ihrer Höhe wiegen“

–

Blaise Pascal

:

In moderner Ausdrucksweise heißt das, dass der Druck in Fluiden linear mit der Höhe der FluidsĂ€ule zunimmt, die auf dem betrachteten Punkt lastet, und auf gleicher Höhe ĂŒberall gleich ist. Dieser Sachverhalt wird im Folgenden begrĂŒndet. Der von der FluidsĂ€ule ausgeĂŒbte Druck wird Hydrostatischer Druck genannt.

Pascalsches Druckfortpflanzungsgesetz

Jedes Fluid ist schwer, aber in vielen FĂ€llen, insbesondere unter hohen UmgebungsdrĂŒcken, kann der Einfluss der Schwerkraft vernachlĂ€ssigt werden. Dann gilt das Pascalsche Druckfortpflanzungsgesetz, auch (uneindeutig) Pascalsches Prinzipcite-ref-18[7] oder Pascalsches Gesetzcite-ref-19[8] genannt: Der Druck pflanzt sich nach allen Richtungen gleichmĂ€ĂŸig und unvermindert durch das gesamte Fluid fort. Überall im Innern des Fluids und an der Berandung herrscht dann der gleiche Druck.cite-ref-20[2.6]

Denn der hervorgehobene Zylinder im Bild ist im umgebenden Druckfeld im Gleichgewicht mit seiner Umgebung und somit in Ruhe. Unter diesen UmstĂ€nden kann das #Erstarrungsprinzip fĂŒr Fluide angewendet werden und der Zylinder wie ein starrer Körper behandelt werden:cite-ref-21[3.3]

‱ Die DruckkrĂ€fte auf der MantelflĂ€che des Zylinders wirken senkrecht zur FlĂ€che und damit auch senkrecht zur Zylinderachse. Die KrĂ€fte tragen deshalb nicht zu den Kraftkomponenten parallel zur Zylinderachse bei, und das unabhĂ€ngig davon, wie der Druck auf der MantelflĂ€che verteilt ist.
‱ Die DrĂŒcke p1,2 auf den StirnflĂ€chen können bei kleinem Inhalt dA als gleichverteilt angenommen werden. Dann ist die Druckkraft am einen Ende p1 dA und am anderen Ende p2 dA und ersterer entgegengesetzt. Der Zylinder bleibt genau dann in Ruhe, wenn sich die DruckkrĂ€fte gegenseitig aufheben, also

p1 dA = p2 dA → p1 = p2

ist. Die LĂ€nge, Lage und Ausrichtung des Zylinders ist dabei offenbar ohne Belang. Innerhalb des Fluids ist in Abwesenheit einer Schwerkraft (und anderer volumenverteilter KrĂ€fte) der Druck in allen Richtungen und an allen Orten im Fluid gleich groß.

Druck auf gekrĂŒmmten FlĂ€chen

Wenn ein BehĂ€lter mit gekrĂŒmmten WĂ€nden wie im Bild mit einem Fluid gefĂŒllt ist, das einem Druck p ausgesetzt ist, dann verteilt sich in ihm der Druck nach dem #Pascalschen Druckfortpflanzungsgesetz gleichmĂ€ĂŸig im Volumen und wirkt senkrecht auf den WĂ€nden, siehe linker Bildteil. Die resultierende Kraft in senkrechter Richtung ist im oberen gekrĂŒmmten Teil entgegengesetzt gleich dem im unteren ebenen Teil. Die Verbindungsstellen sind einer entsprechenden Zugkraft ausgesetzt. Die Verbindungselemente, die die obere Kuppel mit dem unteren ebenen Teil zusammenhalten, mĂŒssen die vom Druck in der Kuppel ausgeĂŒbte Kraft F → → gaz/1 = − − F → → gaz/2 {\displaystyle {\vec {F}}_{\text{gaz/1}}=-{\vec {F}}_{\text{gaz/2}}} abtragen.

Allgemein ist die in einer bestimmten Richtung wirkende Komponente der resultierenden Druckkraft auf eine gewölbte FlĂ€che gleich der Druckkraft auf einer ebenen FlĂ€che, die entsteht, wenn die gewölbte FlĂ€che parallel projiziert wird auf eine Ebene, die senkrecht zur Projektionsrichtung ist.cite-ref-22[2.7] Man kann sich den Rand der irgendwie gewölbten FlĂ€che in Projektionsrichtung extrudiert vorstellen und im extrudierten Teil auf einer zur Extrusionsrichtung senkrechten Schnittebene die Gleichgewichtsbedingungen auswerten, was auf obige Aussage fĂŒhrt.

NiveauflÀchen des Drucks

Innerhalb des Fluids ist der Druck in einer horizontalen Ebene und dort in allen Richtungen im Fluid gleich groß. Diese Ebenen definieren die NiveauflĂ€chen des Drucks.

Denn bei einer lotrecht wirkenden Schwerkraft und einem horizontal orientierten Zylinder liegen Ă€hnliche VerhĂ€ltnisse wie im Abschnitt #Pascalsches Druckfortpflanzungsgesetz vor, siehe Bild. Auch hier kann das #Erstarrungsprinzip fĂŒr Fluide angewendet werden, denn der hervorgehobene Zylinder ist im umgebenden Druckfeld im Gleichgewicht mit seiner Umgebung und somit in Ruhe:

‱ Genauso wie die DruckkrĂ€fte auf der MantelflĂ€che, wirkt auch die Gewichtskraft dm·g des Zylinders senkrecht zur Zylinderachse und trĂ€gt nichts zu den Kraftkomponenten parallel zur horizontalen Zylinderachse bei.
‱ Die DrĂŒcke p1,2 auf den StirnflĂ€chen können auch hier bei kleinem Inhalt dA als gleichverteilt angenommen werden. Dann ist die Druckkraft am einen Ende p1 dA und am anderen Ende p2 dA und ersterer entgegengesetzt. Der Zylinder bleibt in horizontaler Richtung genau dann in Ruhe, wenn sich wie oben die DruckkrĂ€fte auf den StirnflĂ€chen gegenseitig aufheben:

p1 dA = p2 dA → p1 = p2

Die Orientierung der x-Achse ist dabei offenbar ohne Belang, solange sie nur senkrecht zur Schwerkraft ist.

In inhomogenen Kraftfeldern ist diese Ableitung nur bei kurzen Zylindern mit kleinem dx richtig und die NiveauflĂ€chen gleichen Drucks nicht mehr eben, sondern gekrĂŒmmt, aber in jedem Punkt senkrecht zu den Kraftlinien.

Fluidstatisches Grundgesetz

Das fluidstatische Grundgesetz

p(z) = p0 − ρ g z

drĂŒckt das Pascalsche Gesetz mathematisch aus, das besagt, dass

1. der Druck in Fluiden linear mit der Höhe der FluidsÀule zunimmt, die auf dem betrachteten Punkt lastet, und
2. bei gleicher Höhe ĂŒberall gleich ist.

Letztere Teilaussage ist Gegenstand des Abschnitts #NiveauflĂ€chen des Drucks und folgt in der Formel aus der Tatsache, dass der Druck p(z) nur von einer Koordinate (z) abhĂ€ngt und nicht etwa auch von x (siehe Bild). Der Druck p0 ist der Druck auf der Bezugsebene bei z gleich null. Die mit z gehende DruckĂ€nderung ist proportional zur Dichte ρ des Fluids und der Schwerebeschleunigung g. Auf NiveauflĂ€chen mit konstantem z ist der Druck ĂŒberall gleich. Die DruckĂ€nderung ist in z-Richtung am grĂ¶ĂŸten und diese weist entgegen der Schwerkraft nach oben; daher das Minuszeichen vor dem letzten Term, denn der Druck p(z) nimmt wie der Luftdruck mit zunehmender Höhe z ab, weil die auf Punkten in der Höhe z lastende FluidsĂ€ule mit z kleiner wird. Wenn der Hydrostatische Druck stattdessen mit der Tiefe t = −z unter der Bezugsebene bei t gleich null ausgedrĂŒckt werden soll, dann lautet das fluidstatische Grundgesetzcite-ref-23[2.8]

p(t) = p0 + ρ g t

Die Herleitung erfolgt an einem parallel zum Schwerefeld orientierten Zylinder (siehe Bild), dessen Gewichtskraft in Richtung der DruckkrÀfte auf den StirnflÀchen wirkt.

‱ Die DruckkrĂ€fte auf der MantelflĂ€che wirken horizontal und tragen auch hier nichts zu den Kraftkomponenten parallel zur nun senkrechten Zylinderachse bei.
‱ In senkrechter Richtung muss die Druckkraft p1 dA auf der unteren StirnflĂ€che die Druckkraft p2 dA auf der oberen StirnflĂ€che und zusĂ€tzlich die Gewichtskraft dm·g des Zylinders tragen, damit der Zylinder seine Höhe beibehĂ€lt, also weder aufsteigt noch absinkt. Das ist der Fall, wenn der Unterschied der DruckkrĂ€fte an den Stellen 1 und 2 gleich dem Gewicht der dazwischen liegenden senkrechten FluidsĂ€ule ist:

p1 dA = p2 dA + dm·g

Bei konstanter QuerschnittsflĂ€che dA ist das Volumen des Zylinders dA·dz und bei (infinitesimal) kleinem Volumen kann dort die Dichte ρ als konstant angenommen werden mit den Konsequenzen dm = ρ·dA·dz und

p1 dA = p2 dA + ρg·dA·dz → p1 = p2 + ρg·dz

Mit p1 = p(z) und p2 = p(z+dz) entsteht nach Division durch dz und GrenzĂŒbergang dz → 0 eine autonome Differentialgleichung

∂ ∂ p ∂ ∂ z = − − ρ ρ g {\displaystyle {\frac {\partial p}{\partial {\mathsf {z}}}}=-\rho g} grundgesetz-in-differentieller-form

die bei konstanter Wichte ρg auf das Hydrostatische oder Fluidstatische Grundgesetz

p ( z ) = p 0 − − ρ ρ g z {\displaystyle p({\mathsf {z}})=p_{0}-\rho g{\mathsf {z}}}

fĂŒhrt,cite-ref-23-1[2.8] das Blaise Pascal 1663 erstmals formulierte. Die Integrationskonstante p0 ist der Druck bei z = 0. Die Grundgleichung kann umgestellt werden zu

p + ρ ρ g z = p 0 = konst. {\displaystyle p+\rho g{\mathsf {z}}=p_{0}={\text{konst.}}}

was die Bernoullische Druckgleichung fĂŒr ein ruhendes inkompressibles Fluid darstellt und die hier im gesamten Fluid gilt.cite-ref-24[5.3]

Neben der Schwerebeschleunigung können auch andere Beschleunigungen, wie bei einer gleichmĂ€ĂŸigen Beschleunigung oder einer Drehbewegung wirken und somit die Richtung des maximalen Druckanstiegs bestimmen, siehe #Allgemeine fluidstatische Grundgleichung.

Gleichgewicht in beliebigen Kraftfeldern

Die bisherigen Überlegungen können auf alle stationĂ€ren Kraftfelder ĂŒbertragen werden, die NiveauflĂ€chen besitzen, die in jedem ihrer Punkte einen Normalenvektor besitzen (stetig differenzierbar sind.) Dann gilt:cite-ref-25[3.4]

‱ In jeder Richtung senkrecht zur Kraftrichtung ist der Druck konstant, und zwar aus demselben Grund, wie im Abschnitt #NiveauflĂ€chen des Drucks gezeigt.
‱ Gleichgewicht kann nur existieren, wenn das Kraftfeld ein Potential besitzt. Dann sind die FlĂ€chen gleichen Potentials auch NiveauflĂ€chen des Drucks, der in Richtung des Kraftfeldes zunimmt.

Denn gemĂ€ĂŸ dem #Grundgesetz in differentieller Form nimmt der Druck in Richtung der Kraftrichtung (rot im Bild) gemĂ€ĂŸ

dp = ρg·dz

zu, wo hier g nicht die Schwerebeschleunigung, sondern die StÀrke des betrachteten Kraftfelds angibt und z diesmal in Richtung zunehmenden Drucks wÀchst. An den Stellen 1 und 2 ergibt sich:

dp = ρ1g1·dz1 = ρ2g2·dz2

Wenn die Dichte ρ auf den NiveauflĂ€chen des Drucks (oder ĂŒberall) konstant ist, siehe #Dichte in ruhenden Fluiden, dann sind die Dichten an den Stellen 1 und 2 gleich: ρ1 = ρ2. Damit ist auch die Arbeit

dw = g1·dz1 = g2·dz2,

die vom Kraftfeld zwischen den beiden NiveauflĂ€chen geleistet wird, an den Stellen 1 und 2 gleich und hat somit zwischen den beiden NiveauflĂ€chen ĂŒberall denselben Wert. Das bedeutet aber, dass das Kraftfeld ein Potential besitzt:

dp = g·dz = -ρ·dU

Das Minuszeichen kommt daher, dass das Potential U in Richtung der Kraft abnimmt, die hier in z-Richtung weist. Das ist wie bei der Lageenergie, die entgegen der Lotrichtung zunimmt. Siehe auch #Allgemeine fluidstatische Grundgleichung.

Randwertaufgaben der Fluidstatik

Die Lösung von Randwertaufgaben der Fluidstatik sind gewissen #Randbedingungen genĂŒgende Lösungen der allgemeinen fluidstatischen Grundgleichung. Sofern die Randbedingungen von flexiblen Körpern, insbesondere von anderen Fluiden, aufgebracht werden, oder in inhomogenen Kraftfeldern, kann die Bestimmung der genauen Form des Randes mit zur Lösung des Randwertproblems gehören. Die eingangs angesprochene Bestimmung von KrĂ€ften sowie ihre Angriffspunkte auf BehĂ€lterwandungen ist ein Beispiel fĂŒr eine Randwertaufgabe der Fluidstatik; weitere Beispiele finden sich im Abschnitt #Bekannte Lösungen.

Allgemeine fluidstatische Grundgleichung

In einem ruhenden Fluid entfĂ€llt der Einfluss der (geschwindigkeitsabhĂ€ngigen) ViskositĂ€ts­krĂ€fte und GeschwindigkeitsĂ€nderungen treten nicht auf, sodass sich gleichermaßen aus den Euler-Gleichungen der Strömungsmechanik und den Navier-Stokes-Gleichungen die allgemeine fluidstatische Grundgleichung fĂŒr ruhende Fluide ergibt:cite-ref-16-1[5.2]cite-ref-26[1.2]

∇ ∇ p = g r a d p = ρ ρ k → → {\displaystyle \nabla p=\mathrm {grad} \,p=\rho {\vec {k}}}

Der Gradient des Drucks, der in der Fluidmechanik vorzugsweise mit dem Nabla-Operator đœ” ausgedrĂŒckt wird, ist proportional zur Massenkraft oder Beschleunigung k → → {\displaystyle {\vec {k}}} mit der Dichte ρ des Fluidelements als ProportionalitĂ€tsfaktor. Alle GrĂ¶ĂŸen in der Grundgleichung können vom Ort abhĂ€ngen und die Dichte kann insbesondere in Gasen vom Druck abhĂ€ngen.

Die allgemeine Grundgleichung ist nur integrabel, wenn die Rotation der rechten Seite gemĂ€ĂŸ

∇ ∇ × × ( ρ ρ k → → ) = ( ∇ ∇ ρ ρ ) × × k → → + ρ ρ ∇ ∇ × × k → → = 0 → → {\displaystyle \nabla \times (\rho {\vec {k}})=(\nabla \rho )\times {\vec {k}}+\rho \nabla \times {\vec {k}}={\vec {0}}}

verschwindet, denn das Gradientenfeld des Drucks ∇ ∇ p {\displaystyle \nabla p} ist jedenfalls rotationsfrei. Nur dann kann Gleichgewicht herrschen, ansonsten wird sich das Fluid in Bewegung setzen.cite-ref-16-2[5.2] Die IntegrabilitĂ€tsbedingung ist auch erfĂŒllt, wenn der Gradient der Dichte null oder parallel zur Massenkraft ist und die Rotation der Massenkraft verschwindet, die Massenkraft also ein Potential besitzt, siehe #Gleichgewicht in beliebigen Kraftfeldern.

Wenn das Fluid in einem beschleunigten Bezugssystem relativ ruht, muss die volumenverteilte FĂŒhrungskraft ρ ρ k → → f {\displaystyle \rho {\vec {k}}_{f}} addiert werden, siehe #FluidkrĂ€fte:

∇ ∇ p = ρ ρ ( k → → + k → → f ) {\displaystyle \nabla p=\rho ({\vec {k}}+{\vec {k}}_{f})}

Hier muss nun ρ ρ ( k → → + k → → f ) {\displaystyle \rho ({\vec {k}}+{\vec {k}}_{f})} rotationsfrei sein.

Die DruckĂ€nderung ist in Richtung des Gradienten am grĂ¶ĂŸten und verschwindet senkrecht zu ihm, weswegen Isobaren ĂŒberall senkrecht zum Druckgradient sind. An freien OberflĂ€chen, auf denen der Druck (nĂ€herungsweise) konstant ist, ist der Druckgradient und mit ihm der Beschleunigungsvektor k → → {\displaystyle {\vec {k}}} senkrecht zur OberflĂ€che.

Barotropes Fluid in konservativem Massenkraftfeld

Ein wichtiger Spezialfall sind barotrope Fluide, in denen die Dichte nur eine Funktion des Drucks ist. Das ist der Fall,cite-ref-27[5.4]

‱ wenn das Fluid inkompressibel ist (die Dichtefunktion ist eine Konstante),
‱ wenn die Dichte-Druck-Relation von der Form ρ(p,T) ist und die Temperatur T ĂŒberall gleich ist, also nur isotherme ZustandsĂ€nderungen vorkommen, oder
‱ wenn die Dichte-Druck-Relation von der Form ρ(p,s) ist und die Entropie s ĂŒberall gleich ist, also nur isentrope ZustandsĂ€nderungen stattfinden.

Dann gibt es die Druckfunktion P mit der Eigenschaft

P := ∫ ∫ d p ρ ρ ( p ) ⇔ ⇔ d P = d p ρ ρ ⇔ ⇔ ∇ ∇ P = 1 ρ ρ ∇ ∇ p . {\displaystyle P:=\int {\frac {\mathrm {d} p}{\rho (p)}}\quad \Leftrightarrow \quad \mathrm {d} P={\frac {\mathrm {d} p}{\rho }}\quad \Leftrightarrow \quad \nabla P={\frac {1}{\rho }}\nabla p\,.}

Ein konservatives Massenkraftfeld besitzt ein Potential, k → → = − − ∇ ∇ V {\displaystyle {\vec {k}}=-\nabla V} , wo das Minuszeichen Konvention ist. Dann kann die allgemeine fluidstatische Grundgleichung umgeformt werden in

0 → → = 1 ρ ρ ∇ ∇ p − − k → → = ∇ ∇ ( P + V ) {\displaystyle {\vec {0}}={\frac {1}{\rho }}\nabla p-{\vec {k}}=\nabla (P+V)}

Die Summe aus Druckfunktion und Massenkraftpotential besitzt keinen Gradienten und ist im Fluid mithin ortsunabhĂ€ngig. Die Druckfunktion kann in idealen Gasen vorab integriert werden, siehe Bernoulli-Gleichung#Erweiterte bernoullische Druckgleichung viskositĂ€tsfreier, idealer Gase mit Geschwindigkeit u = 0 {\displaystyle u=0} . Hieraus kann beispielsweise die Barometrische Höhenformel fĂŒr isotherme oder isentrope AtmosphĂ€ren berechnet werden.

Randbedingungen

Die Randbedingungen bestimmen die RĂ€nder des vom Fluid ausgefĂŒllten Raumes (Dirichlet-Randbedingung) und die Druckverteilung auf diesen RĂ€ndern, den #OberflĂ€chen, Grenz- und TrennflĂ€chen des Fluids, ist eine Neumann-Randbedingung. Der von außen aufgebrachte Druck muss an den RĂ€ndern gleich dem Innendruck im Fluid sein.

Bekannte Lösungen

‱ Druckverteilung in einem gleichmĂ€ĂŸig beschleunigten Fluidcite-ref-28[2.9]cite-ref-29[1.3]
‱ Druckverteilung eines Fluids in einem BehĂ€lter, der eine schiefe Ebene hinab gleitetcite-ref-30[1.4]
‱ Druckverteilung in einem gleichmĂ€ĂŸig rotierenden Fluidcite-ref-31[2.10]cite-ref-32[1.5]


‱ Barometrische Höhenformel fĂŒr isotherme AtmosphĂ€recite-ref-33[3.5]cite-ref-34[1.6]
‱ Barometrische Höhenformel fĂŒr isentrope AtmosphĂ€re

Einzelnachweise

1. F. Durst: Grundlagen der Strömungsmechanik. Springer, 2006, ISBN 3-540-31323-0, S. 62 f.
2. H. Sigloch: Technische Fluidmechanik. Springer Vieweg, Berlin, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-54291-6, S. 31, doi:10.1007/978-3-642-54292-3 (eingeschrÀnkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 17. MÀrz 2020]).
3. H. Oertel (Hrsg.): Prandtl-FĂŒhrer durch die Strömungslehre. Grundlagen und PhĂ€nomene. 13. Auflage. Springer Vieweg, 2012, ISBN 978-3-8348-1918-5.
4. M. Bestehorn: Hydrodynamik und Strukturbildung. Springer, Berlin, Heidelberg u. a. 2006, ISBN 978-3-540-33796-6.
5. J. H. Spurk: Strömungslehre. EinfĂŒhrung in die Theorie der Strömungen. 8. ĂŒberarbeitete Auflage. Springer Verlag, Heidelberg, Dordrecht, London, New York 2010, ISBN 978-3-642-13142-4, doi:10.1007/978-3-642-13143-1 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 25. MĂ€rz 2022]).
cite-note-176. Blaise Pascal: Abhandlung ĂŒber das Gleichgewicht von FlĂŒssigkeiten und vom Gewicht der Masse der Luft. Paris 1663, Chapitre I. Que les Liquers pĂšsent suivant leur hauteur, S. 1 (französisch, archive.org [abgerufen am 19. Februar 2022] Originaltitel: Traitez de l'Ă©quilibre des liqueurs et de la pesanteur de la masse de l'air. Posthume zweite Veröffentlichung.).
cite-note-187. ↑ D. C. Giancoli: Physik. Hrsg.: Oliver Eibl. Pearson Deutschland GmbH, MĂŒnchen 2006, ISBN 978-3-8273-7157-7, S. 457 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 24. MĂ€rz 2022]).
cite-note-198. ↑ Handbuch zur Geschichte der Naturwissenschaften und Technik. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg 1908, S. 129 (wikimedia.org [PDF; abgerufen am 24. MĂ€rz 2022]).

Literatur

‱ Leopold Böswirth: Technische Strömungslehre. 6. Auflage. Vieweg+Teubner, 2005, ISBN 978-3-528-54925-1.
‱ D. Bestle: Technische Mechanik III: Schwingungen und Hydromechanik. Arbeitsunterlagen zur Vorlesung. Lehrstuhl Technische Mechanik und Fahrzeugdynamik, Brandenburgische Technische UniversitĂ€t Cottbus, 2009 (Volltext Kapitel 12 Fluidstatik als PDF auf www-docs.tu-cottbus.de).